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← Blog Gesundheit·2 Min Lesezeit·Juli 2026

Facebook-Pause und Cortisol: Was die Studie wirklich zeigte

Nach fünf Tagen Facebook-Pause war das Speichel-Cortisol in einem Experiment niedriger. Gleichzeitig sank jedoch die Lebenszufriedenheit. Das ist ein interessantes, aber gemischtes Ergebnis – und kein Beleg dafür, dass eine Social-Media-Pause den Körper automatisch gesünder macht.

Das Experiment

Vanman, Baker und Tobin teilten 138 aktive Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer einer fünftägigen Facebook-Pause oder normaler Nutzung zu. Danach war das Speichel-Cortisol in der Pause-Gruppe niedriger. Weil die Nutzung experimentell verändert wurde, ist das stärker als eine reine Umfrage – die kleine, spezielle Stichprobe begrenzt aber, wie weit sich das Ergebnis übertragen lässt.

Das Ergebnis geht in zwei Richtungen

Die biologische Messung wirkte auf den ersten Blick positiv. Subjektiv zeigte sich jedoch das Gegenteil: Die Teilnehmenden ohne Facebook berichteten eine niedrigere Lebenszufriedenheit. Die Autorinnen und Autoren diskutieren dafür zwei mögliche Seiten sozialer Medien – mentale Überlastung auf der einen, soziale Verbindung auf der anderen.

Cortisol ist kein einfacher Gesundheitsscore

Cortisol erfüllt wichtige Funktionen und schwankt unter anderem mit Tageszeit, Schlaf, Bewegung und akuten Belastungen. Ein isoliert niedrigerer Wert bedeutet deshalb nicht automatisch weniger chronischen Stress oder bessere Gesundheit. Seriös bleibt: Die Pause veränderte den Biomarker, aber diese einzelne Studie belegt keinen gesundheitlichen Nutzen.

Was du daraus machen kannst

Du musst aus einem gemischten Experiment keinen radikalen Detox ableiten. Wenn du selbst testen willst, wie sich weniger Feed anfühlt, beginne mit einem klaren, geschützten Zeitfenster statt mit einem Gesundheitsversprechen. Genau dafür ist der ctrl key gebaut.

Quelle

Vanman, Baker und Tobin, The burden of online friends: the effects of giving up Facebook on stress and well-being, 2018: n = 138, fünftägiges Experiment. PubMed. Weitere eingeordnete Studien stehen in unserer Forschungs-Bibliothek.